Betongruppen und Festigkeitsklassen
29.07.2021

Sowohl in der DIN 1 045 sowie in der ÖNORM B 4200 ist der Beton normiert und in verschiedene Festigkeitsklassen untergeordnet. Diese Klassen und Gruppen sind in Form von Kurzkennzeichnungen auf den Verpackungen festgehalten. Sie können diese Gruppen und Kennzeichnungen in den Baumärkten beim Kauf von Beton sehen, jedoch weiß man als einfacher Häuselbauer oftmals nicht, was diese Kennzeichnungen bedeuten und welche Kennzeichnung man für sein Projekt wählen sollte. In diesem Artikel wollen wir auf die Kennzeichnungen näher eingehen und diese erklären.

Die Festigkeitsklassen nach DIN 1 045

Der Beton wird nach 28 Tagen Trocknungszeit auf seine Festigkeit geprüft. Die Messung erfolgt in N/mm2 mit einem Würfel mit 20 cm Kantenlänge. Desto höher dieser Wert, desto fester ist der Beton und folglich auch die Festigkeitsgruppe. In der Betongruppe I (Kurzzeichnung B I) befinden sich die Betonklassen 5 bis 25 (Kurzzeichnung B5 bis B25). Die Zahl in der Betonklasse stellt die Nennfestigkeit in N/mm2 mit einem Würfel mit 20 cm Kantenlänge dar. Ein Beton der Klasse B5 und B10 eignet sich nur für unbewehrten Beton, während Beton oberhalb der Festigkeitsklasse B15 sich sowohl für bewehrten als auch unbewehrten Beton eignet. Ab der Festigkeitsklasse B35 spricht man von der Betongruppe II (Kurzzeichnung B II).

Die Festigkeitsklassen nach ÖNORM B 4200

In der ÖNORM B 4200 unterscheidet man zwischen Eignungsprüfungen (Herstellungsklasse E) und Rezeptbeton (Herstellungsklasse R). Der Eignungsprüfungsbeton darf für alle Festigkeitsklassen und für alle besonderen Eigenschaften (beispielsweise wasserdurchlässiger Beton, frost- und witterungsbeständiger Beton) verwendet werden.

Der Rezeptbeton darf nur für unbewehrten und bewehrten Beton bis zur Festigkeitsklasse B225 und für Stahlbeton der Festigkeitsklasse B225 verwendet werden.

Die Festigkeitsklassen in der ÖNORM sind jedoch anders beziffert als in der DIN 1 045. Es gibt auch eine Festigkeitsklasse B0, für welche kein Nachweis der Festigkeit erforderlich ist. Der Mittelwert der Druckfestigkeit wird nach 28 Tagen mit dem Mittelwert der Festigkeit von drei Würfeln mit 20 cm Kantenlänge in N/mm2 ermittelt. Hierfür wird der Mittelwert aus den drei 20 cm Würfeln als Wert für die Festigkeit genommen. Bei 8 N/mm2 handelt es sich um die Festigkeitsklasse B80, ab 12 N/mm2 handelt es sich um die Festigkeitsklasse B120 usw.

In der ÖNORM B4200 11. Teil sind auch die Festigkeitsklassen von Leichtbeton normiert. Diese sind mit der Kurzbezeichnung LB und einer Ziffer für den Festigkeitswert nach 28 Tagen gekennzeichnet (beispielsweise steht LB120 für eine Leichtbetonfestigkeitsklasse mit 12 N/mm2 Festigkeit nach 28 Tagen).

Unterschiede zwischen den Normbezeichnungen

Die DIN 1 045 Norm nutzt den Mittelpunkt (50% -Fraktil) des 20 cm Würfels zur Feststellung der Festigkeitsklasse, während die ÖNORM B 4200 sich auf den Mittelwert aus einer Würfelserie von drei Würfeln mit jeweils 20 cm Kantenlänge bezieht. Die Festigkeitsklasse in der ÖNORM B 4200 für Beton B300 entspricht insoweit B25 laut DIN 1 045, B400 entspricht B35 usw. Die höheren Angaben wie 80, 120, 160 usw. leiten sich aus den veralteten Dimensionen von kp/cm2 (Kilopoint) ab, d.h. 1 N/mm2 entspricht 10 kp/cm2.

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