Betonieren bei niedrigen Temperaturen

Betonieren bei niedrigen Temperaturen

23.08.2021

Beton erhärtet bei niedrigeren Temperaturen zwischen +10°C und 0°C langsamer. Unter 0°C kann der Beton kaum mehr erhärten. Wenn ein frischer Beton oder wenig erhärteter Beton einfriert, dann können sich Eislinsen bilden, die das Gefüge zerstören.

Mit einem Beton mit mindestens der Festigkeitsklasse B225 (näheres zu Festigkeitsklassen erfahren Sie in unserem Artikel über die Betongruppen und Festigkeitsklassen) führt das einmalige Einfrieren ab einer Druckfestigkeit von 5 N/mm2 nicht zu einem Schaden, vorausgesetzt, dass der Beton jedoch nicht mit Wasser durchtränkt ist.

Welche Maßnahmen können ergriffen werden?

Man kann bei niedrigeren Außentemperaturen das Anmachwasser auf über 60°C erwärmen und mit dem Kiessand vormischen, bevor es mit dem Zement in Berührung kommt. Es kann auch der Kiessand erwärmt werden.

Es wird empfohlen nicht mehr Anmachwasser zum Beton hinzuzugeben, als für eine vollständige Verdichtung tatsächlich notwendig ist. Ein Zement mit höherer Güteklasse sollte in diesem Fall verwendet werden, da die Zemente schneller erhärten und auch mehr Wärme entwickeln.

Wenn man Z 275 verwendet, sollte der Zementgehalt um mindestens 10% erhöht werden, damit ein niedrigerer Wasserzementwert erreicht wird. Bei Frostschutzmitten sollte man überprüfen, ob diese bei den herrschenden Temperaturen die Erhärtung des Betons beschleunigen.

Um Schäden am jungen Beton zu vermeiden, muss der Beton auf einer Temperatur von mindestens 5°C gehalten werden. Dazu kann der warm eingebrachte Beton mit dicken Strohmatten oder anderen Dämmstoffen abgedeckt werden. Zusätzlich kann man die Schalung warmhalten oder die Schalung beheizen.

Bei der Verwendung von dünnliegenden Betonteilen sollten die Bauteile mit Schutzwänden umgeben und durch Heizgeräte auf einer Temperatur von mindesten 5°C gehalten werden. Der Beton muss gleichzeitig gegen ein Austrocknen geschützt werden. Wenn es zu einer Arbeitsunterbrechung kommt, darf nicht auf dem gefrorenen Beton weiter betoniert werden. Der Beton muss erst mit Heißluft oder Dampf aufgetaut werden, bevor die Arbeiten fortgesetzt werden. Auf einer gefrorenen Baugrubensohle darf nicht betoniert werden.

Wir empfehlen, die Zusammensetzung des passenden Betons je nach den notwendigen Bauarbeiten anzupassen und mit einem Baumeister vor Ort über die passende Zusammensetzung und die entsprechende Nachbehandlung bei Ihrem Projekt zu sprechen. Nähere Informationen zu Preisen in der Baubranche können in unserem Baukostenrechner gefunden werden, welcher Ihnen ungefähre Richtpreise in Österreich bietet. 

Ihr Baucheck-Team

Möchten Sie etwas bauen oder renovieren? Senden Sie uns Ihre Nachfrage:

Anfrage

Artikel aus dem Magazin

Zaunfundament – Wie man Zaunpfosten einbetonieren kann
02.02.2021 Betonierung

Zaunfundament – Wie man Zaunpfosten einbetonieren kann

Der Sichtbeton für das Eigenheim
31.03.2021 Betonierung

Der Sichtbeton für das Eigenheim