Brettschichtholz – BSH
27.09.2021

Das Brettschichtholz wird in der Baubranche mit den Begriffen BS-Holz, BSH oder oft auch als Leimholz oder Leimbalken definiert. Es handelt sich hierbei um mindestens drei Bretterlagen gleicher Faserrichtung, die miteinander verleimt worden sind. Der Zweck dieses Baustoffes liegt vorwiegend im Ingenieursholzbau, demnach bei statischer Beanspruchung. Binder aus Brettschichtholz bezeichnet man als Brettschichtholzbinder oder Leimbinder. In diesem Artikel wollen wir Ihnen das Brettschichtholz näher vorstellen.

Damit größere Spannweiten überbrückt werden können, werden größere Querschnitte benötigt, die man aus Bäumen schneiden müsste, die es eigentlich mit dem nötigen Durchmesser in der Natur nicht gibt. Zunächst wurden die übereinandergelegten Querschnitte verschraubt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird das Holz jedoch öfter verleimt, bevor sich die Verleimung im 20. Jahrhundert durchsetzte. Dies ermöglicht das Brettschichtholz in größeren rechteckigen Holzquerschnitten anzufertigen und daher größere Spannweiten zu überbrücken als es mit Vollholz möglich wäre. Durch das Verleimen von mehreren übereinanderliegenden Lamellen wird eine Veredelung des Holzes erreicht, da sich die Hölzer weniger verwerfen und weniger stark aufreißen als es mit Vollholzquerschnitten der Fall wäre.

Brettschichtholz besteht meist aus Fichtenholz, da diese Holzart sich technologisch gut verarbeiten lässt und mechanisch die normalen Anforderungen an Festigkeit und Dauerhaftigkeit erfüllt. Der Leim besteht aus Harnstoff-Formaldehyd-Harz für klimatisch normal beanspruchte Innenräume oder aus Phenol-Resorcin-Formaldehyd-Harz bei Bauteilen, welche der Bewitterung, hohen Temperaturen oder häufigen Klimaänderungen ausgesetzt sind.

Das Brettschichtholz ist ein Holzbaustoff und es gelten hierfür dieselben Verbauungsrichtlinien wie für das Vollholz. Es hängt jedoch von der verwendeten Leimart ab, wie stark das Brettschichtholz aufgrund der Holzfeuchte schwankt. Beispielsweise kann es zu Beschädigungen der Holzfolie oder zu Regen während der Montage kommen, welche zu wesentlich höheren Holzfeuchteschwankungen führen. In diesem Fall ist der Harnstoff-Formaldehyd-Harz-Leim vorzuziehen. Das Brettschichtholz sollte an der Baustelle abgedeckt bzw. mit einem Oberflächenschutz versehen werden, wenn das Brettschichtholz im Freien verbaut ist oder starken Klimaschwankungen ausgesetzt ist.

Bei der Verwendung von Brettschichtholz empfehlen wir, sich unbedingt von einem Zimmerer oder einem Architekten oder Statiker vorab beraten zu lassen. Abhängig von der Holzart und von dem Einsatzbereich des Holzes können zusätzlich unterschiedliche Hölzer genutzt werden. Wir empfehlen, die Verwendung des passenden Holzes mit einem Zimmerer vor Ort zu besprechen, welcher Sie als Fachkraft am besten über Ihren konkreten Fall beraten kann. Nähere Informationen zu den Preisen und Kosten für Dienstleistungen in der Zimmerei, erhalten Sie in unserem Baukostenrechner.

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