Dichtigkeit beim Flachdach
29.10.2021

Zunächst beschäftigt man sich bei Flachdächern mit der Frage, ob ein Warm- oder ein Kaltdach errichtet werden soll. Für ein Warmdach liegt die Wärmedämmung auf der Außenschalung und ist dementsprechend stark mechanisch beansprucht, weshalb nur teure und druckfeste Dämmmaterialien in Frage kommen. Die Dampfsperre wird oberhalb der äußeren Schalung aufgebracht und kann von oben bequem verlegt werden.

Beim Kaltdach liegt die Dämmung geschützt hinter einem Belüftungsraum. Es können billigere, nicht druckfeste Materialien wie beispielsweise die Steinwolle als Wärmedämmung verwendet werden. Das Kaltdach funktioniert lediglich, wenn eine ausreichende Durchlüftung gewährleistet worden ist und die Dampfsperre zum Warmbereich hin einwandfrei luftdicht ist. Bei Flachdächern ist für eine einwandfreie Durchlüftung eine relativ große freie Höhe des Kaltdachraums erforderlich. Dies ist bei normalen Balkenlagen mit beispielsweise 20 cm Balken und abzüglich der dazwischenliegenden Dämmung von 12 cm mit 8 cm Luftraum jedoch nicht gewährleistet. Eine einwandfreie Kaltdachkonstruktion verwendet hohe Nebenträger im Ausmaß von 30 cm oder noch mehr, was meist zu einlagigen Systemen führt. Ein Beispiel für ein derartiges System wären Fachwerksträger aus Brettquerschnitten mit einem geringen Abstand von circa einem Meter, bei denen die obere Schalung direkt aufgelegt werden kann. Ein derartiger Konstruktionstyp führt oft zu nicht sichtbaren Holzkonstruktionen, weil die untere Verkleidung sinnvollerweise unter der Tragkonstruktion befestigt wird. Die Befestigung von unten ist jedoch teurer als eine Montage von oben. Zusätzlich können sich Probleme mit der Dichtigkeit der Dampfsperre ergeben.

Geneigte Dächer werden üblicherweise als Kaltdachkonstruktionen errichtet, weil der Kamineffekt der Dachneigung eine wesentlich bessere Durchlüftung gewährleistet als es beim Flachdach der Fall ist. Abhängig von der Dachneigung kann eine zweite wasserführende Schicht direkt unter der Dachhaut notwendig sein, um eventuell eindringendes Wasser abzuleiten. Für diese zweite wasserführende Schicht werden ebenfalls Folien verwendet, jedoch ist die Verwendung von wasserfesten verleimten Holzspanplatten auch möglich. Billig sind schuppenartig verlegte Hartfaserplatten. Es wird für die zweite wasserführende Schicht eine in Richtung der Dachneigung verlaufende Konterlattung angebracht, um zu vermeiden, dass die eigentliche Lattung die Abführung des Wassers auf dem Unterdach verhindert.

Damit die Schalung nicht von unten befestigt werden muss, kann es wirtschaftlich interessant sein, zuerst einen sichtbar bleibenden Montagesparen (ca. 10/12 alle 80 cm bei 5 m Spannweite) zu montieren, auf welchen schließlich von oben die Verkleidung, Dampfsperre und Wärmedämmung verlegt werden. Die tragenden Sparren liegen in diesem Fall über den Montagesparren.

Nutzen Sie in diesem Zusammenhang auch unseren Baukostenrechner für eine ungefähre Preiseinschätzung.

In Bezug auf die Konstruktion von Flachdächer wenden Sie sich an die Spezialisten vor Ort, die Sie bei Ihrem Bauvorhaben am besten beraten können.

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