Ökobilanzierung von Baustoffen
09.09.2021

Beim Bau von Häusern entsteht neben dem Lärm auch eine Menge an Bauschutt. Selbst bei Niedrigenergiehäusern, die schließlich weniger an Energie langfristig benötigen, werden Baumaterialien eingesetzt, die aufwendige Herstellungskosten haben. Diese können sowohl preislich als auch in Form von ökologischem Energieverbrauch gemessen werden. Was ist das Verhältnis von eingesparter Heizenergie im Vergleich zu aufgewendeter Herstellungsenergie? Wie knapp sind die Rohstoffe, die beim Bau eingesetzt wurden? Können die verwendeten Materialien wieder verwendet werden? Fragen wie diese sind nun nicht mehr nur Themen der Wissenschaft, sondern auch von öko-bewussten Häuselbauern und der Politik.

Ökobilanzen

Zunächst müssen die Materialien beim Bau bestimmt werden und wie sich diese durch ihr negatives Abschneiden bei den klassischen Energiebilanzen darstellen. Hersteller für beispielsweise Kunststofffenster werben mit der Recyclierbarkeit ihrer Produkte, während viele Holzfenster nicht recylcingfähig sind. Der Vergleich von Energiemengen, die zur Produktion von Baustoffen benötigt werden, kann nicht nur auf Basis eines reinen Heizwerts oder Stromverbrauchs bei der Herstellung erfolgen, sondern man muss die Art des Energieträgers mitberücksichtigen. Beispielsweise wird für die Herstellung für einen Kubikmeter Schnittholz die gleiche rechnerische Energiemenge (ca. 600 kWh/m3) wie für einen Kubikmeter Beton benötigt, jedoch hängt der Energieverbrauch vom Herstellungsverfahren ab. Die Zementöfen können mit CO2 emittierendem Erdöl befeuert worden sein bzw. die Trocknung des Schnittholzes konnte hauptsächlich mit gewonnener Energie aus Holzabfällen erfolgen. Wenn die Holztrocknung beispielsweise im Freien mit Sonnenenergie erfolgte, hat dies wiederum einen Einfluss auf die Energiebilanz des Baustoffes.

Man sollte auch nicht vergessen, dass der Transport des Baumaterials viel Energie verbrauchen kann. Desto weiter der Transport, desto größer ist der Einfluss auf den Energieverbrauch. Mineralische Rohstoffe, die zur Herstellung von Stahl und Zement benötigt werden, sind in ausreichender Menge vorhanden, obwohl auch diese im Falle von beispielsweise Kies und Eisenerz zu Neige gehen könnten. Der Abbau hinterlässt jedoch dramatische Spuren in der Umwelt (beispielsweise der Steinbruch), welche eigentlich gepflegt werden müssten. Holz hingegen ist ein natürlicher Baustoff, der bei einer ausgeglichenen Waldnutzung nachwächst und sich nicht erschöpft. Eine nachhaltige Waldnutzung vorausgesetzt, kann der Abbau von Holz keine negativen Spuren in der Umwelt hinterlassen. Die Pflege der Umwelt ist jedoch eine Voraussetzung, damit aus forsthygienischen Gründen gegen gefährliche Überalterungen der Wälder vorgebeugt werden kann.

Das Holz ist einer der wichtigsten CO2-Speicher. Um eine Tonne trockener Holzmasse zu bilden, entzieht der Baum der Atmosphäre 1,5 Tonnen CO2. Die gespeicherten Mengen an CO2, welche vom Baum in 100 bis 200 Jahren der Atmosphäre entzogen wurden, werden beim natürlichen Zerfall des Materials oder durch das Verbrennen wieder frei in die Atmosphäre gegeben. Ein Fossiler Energieträger wie Erdöl setzt hingegen CO2 frei, welches vor Milliarden Jahren gebunden wurde, wodurch die heutigen CO2 Werte effektiv erhöht werden.

Beim Bau wird nun weltweit mit Zement gebaut, welcher zur Belastung der Emission abhängig von der Fertigungsart durch das Verwenden von Erdöl beitragen kann. Wir empfehlen, dass Sie sich über die Herstellungstechnik als umweltbewusster Bauherr bezugnehmend auf die von Ihnen beim Bau verwendeten Baumaterialien informieren. Sie können auch den Baukostenrechner nutzen, um einen ersten Überblick über die Baukosten in Österreich zu bekommen.
Ihr Baucheck-Team  

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