Was ist bewehrte Erde?
18.01.2022

Sie kann als naturnahe, langlebige Alternative zu anderen Stützkonstruktionen betrachtet werden: Die bewehrte Erde. Diese Art der Hangsicherung besteht aus einem Erdkörper, welcher mittels Bewehrungsmaterialien stabilisiert wird. Im Folgenden wird auf die Eigenschaften, Vorteile und Nachteile der bewehrten Erde näher eingegangen.

Die Funktion der bewehrten Erde

Bewehrte Erde ist eine beliebte Lösung für die Sicherung von Hang oder Böschung und zur Erweiterung von Gartenflächen. Sie wird aber auch im Zuge von Sanierungsarbeiten oder der Wegerhaltung eingesetzt. Mittels verschiedener Bewehrungsmaterialien wird die Stabilität des Erdkörpers vervielfacht, sodass Hangneigungen von rund 70° - je nach Material zum Teil auch steilere Böschungen – zuverlässig abgesichert werden können.

Vorteile bewehrter Erde

Vielen ist bekannt, dass man Stützmauern aus Beton oder Stein errichten kann, jedoch ist bewehrte Erde eine viel naturnähere, ressourcenschonendere und zum Teil auch wesentlich günstigere Variante Abhänge zu sichern und Flächen zu erweitern. Im Vergleich zur Errichtung von Stützmauern wird weniger Platz benötigt und mittels Spezialsystemen können sogar Hänge mit einer Neigung von an die 80° errichtet und abgesichert werden. Zudem können die Frontseiten begrünt werden, wodurch die Bewehrung vollkommen in die Natur eingebettet wird. Häufig wird mittels Grassamen begrünt, jedoch ist auch die Bepflanzung mit anderen Pflanzen oder sogar Sträuchern möglich.

Ein weiterer Vorteil ist, dass es im Vergleich zu anderen Stützsystemen keine Höhenbeschränkung des zu stützenden Hanges gibt und die Bauzeit verhältnismäßig kurz ist. Zudem kann bereits vor Ort vorhandenes Aushubmaterial als Schüttmaterial Verwendung finden, was hilfreich ist, um Kosten zu sparen.

Als Bewehrungsmaterialien werden verschiedene Elemente eingesetzt. Während früher fast ausschließlich Stahlbewehrungselemente eingesetzt wurden, kommen heute zusätzlich auch Kunststoffbewehrungen zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Geokunststoffe bzw. Kunststoffgitter, welche über eine besonders hohe Zugfestigkeit verfügen. An der Frontseite des bewehrten Hanges kommen die Frontelemente zum Einsatz. Dabei werden Baustahlmatten und Erosionsschutzmatten verlegt.

Die Erosionsschutzmatten sorgen nicht nur – wie der Name schon sagt – für Schutz vor Erosionen, sondern dienen auch als Oberfläche, auf welcher die Bepflanzung anwachsen kann. Werden Biomatten eingesetzt, verrotten diese über die Jahre und die Bepflanzung selbst übernimmt den Erosionsschutz. Es existieren auch Varianten dieser Matten, welche bereits Pflanzensamen enthalten, sodass ein separates Säen der Bepflanzung nicht mehr notwendig ist. Dabei handelt es sich üblicherweise um Grassamen unterschiedlicher Art in Kombination mit dem passenden Dünger.

Mögliche Nachteile

Obwohl die kurze Bauzeit als Vorteil erwähnt wurde, empfinden manche die Dauer bis der bewehrte Hang tatsächlich grün und attraktiv aussieht als zu lange. Denn eine Mauer ist vielleicht aufwändiger und dauert länger in der Herstellung, aber sobald diese fertig ist, kann man sich an der Optik erfreuen. Bei der bewehrten Erde hängt es natürlich auch von den Witterungsbedingungen sowie von der gewählten Erde und Bepflanzung ab, wann man tatsächlich mit einem attraktiv begrünten Hang rechnen kann.

Ein weiterer nachteiliger Faktor kann die nachträgliche Errichtung eines Zaunes oberhalb der Böschung sein. Denn möchte man oberhalb einen Zaun errichten, sollte man diesen bereits bei der Herstellung der bewehrten Erde mitplanen, um ein ausreichend stabiles Fundament sicherzustellen.

Obwohl bewehrte Erde an sich als wartungsfrei gilt, muss die Begrünung doch den Wünschen entsprechend gepflegt werden, um einen schönen Anblick zu erhalten. Bis die Bepflanzung ausreichend angewachsen ist, muss auf eine ausreichende Bewässerung geachtet werden und je nach Lage und Pflanzenart kann eine Bewässerung zumindest im Sommer immer notwendig werden. Ist die Böschung, wie häufig üblich, mit Gras bepflanzt, muss dieses gemäht werden, was bei einer gewissen steilen Neigung nicht immer einfach möglich ist. Gleichzeitig aber, muss man darauf achten, dass nicht zu häufig gemäht wird, sodass das noch junge Gras keinen Schaden nimmt und somit nicht richtig anwachsen und verwurzeln kann.

Im Allgemeinen lässt sich jedoch sagen, dass üblicherweise die Vorteile die Nachteile überwiegen und bewehrte Erde vor allem für Umweltbewusste und Naturliebhaber eine optimale Lösung darstellt, den Hang zu sichern.

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